Skip to main content

60 Hz vs. 144 Hz – Was lohnt sich?

Bildschirme verfügen über unterschiedliche Bildaktualisierungsraten, die in Hertz (Hz) gemessen werden. Abhängig von dem gewünschten Verwendungszweck des Monitors kann eine höhere Bildrate sinnvoll sein. Doch nicht für alle Anwendungen lohnt sich ein solches Upgrade.

Wann sollte man in ein Upgrade auf 144Hz investieren?  

Ein Upgrade von 60 Hz zu 144 Hz kann aus vielen Gründen sinnvoll sein. Sowohl in der Bild- oder Videobearbeitung als auch beim Gaming bietet ihnen ein solcher Wechsel einen großen Vorteil. Tatsächlich kann sich dieser Effekt auch bemerkbar machen, wenn sie sich Filme und Serien in 4K auf ihrem Monitor ansehen.

Welche Rolle spielt die Bildaktualisierungsrate?

Die Bildaktualisierungsrate, gemessen in Hertz (Hz), sagt aus, wie häufig ein Monitor das dargestellte Bild innerhalb einer Sekunde aktualisiert. Das bedeutet also, dass bei einem Monitor mit 144 Hz bis zu 84 mehr Bilder in der gleichen Zeit zeigen kann wie ein Monitor mit 60 Hz. Von ‚bis zu‘ spricht man hierbei, da die Bildwiedergabefrequenz bei Geräten häufig schwankt und sich nicht auf einem festen Wert einpendelt.

Das hängt damit zusammen, dass die einzelnen Komponenten im Zusammenspiel eine unterschiedliche Auslastung erfahren. Ein hochauflösendes Computerspiel verlangt dem Computer mehr Rechenleistung ab als ein Video, das abgespielt wird. Durch diese Unterschiede in der Auslastung kann es zu Fluktuationen in der Bildrate kommen, die die Grafikkarte ausgibt.

Das ist in der Praxis heutzutage jedoch kein Problem. Zumindest, sofern der Monitor über notwendige Technologien zur Synchronisation mit der Grafikkarte verfügt.

Mit welchen Technologien kann ein Monitor die Bildrate synchronisieren?

Bildtechnologien, die ermöglichen, die Bildrate zwischen Grafikkarte und Monitor zu synchronisieren, werden unter verschiedensten Bezeichnungen angeboten. Die Unterstützung dafür an Monitoren oder Fernsehern wird häufig mit „VRR“ angegeben.

„VRR“ steht hier für „Variable Refresh Rate“ und bezeichnet somit nichts Anderes als die Fähigkeit eines Gerätes sich schwankenden Bildaktualisierungsraten anzupassen. Der Hinweis ist beim Kauf von Geräten jedoch wichtig, insbesondere wenn der Anschluss über HDMI 2.1 gewünscht wird.

Nach einer Änderung der allgemeinen Richtlinien zur Bezeichnung werden heutzutage alle HDMI-Anschlüsse als „HDMI 2.1“ bezeichnet, selbst wenn sie nur die Leistung von ursprünglichen HDMI 2.0-Anschlüssen bringen. Nur, wenn zusätzlich zu HDMI 2.1 explizit „VRR“ angegeben oder eine Technologie namentlich genannt wird, verfügt der Monitor über die notwendigen Features.

Als solche Technologien sind vorwiegend NVIDIA G-Sync sowie AMD FreeSync zu erwähnen. Beide basieren auf einer Abstimmung zwischen Grafikkarte und Ausgabegerät, im Gegensatz zu AMD FreeSync wird für NVIDIA G-Sync jedoch eine Hardwarekomponente benötigt. Eine Nachrüstung kann auf Geräten daher nicht erfolgen.

Wo wird eine 144 Hz Bildrate benötigt?

Jeder Gamer weiß, dass für ein flüssiges Gameplay auch eine gewisse Bildaktualisierungsrate vonnöten ist. Hier lässt sich die Zahl 120 Hz als guter Orientierungspunkt nennen. Denn ab einer Bildaktualisierungsrate von 120 Hz werden Bewegungsabläufe sehr viel flüssiger auf dem Monitor dargestellt.

Störende Bildschirmeffekte wie da gefürchtete Tearing oder Lags lassen sich durch solche hohen Raten verhindern. 144 Hz Monitore gehen hier noch einen Schritt weiter. Da sie bis zu 24 Bilder pro Sekunde mehr liefern als 120 Hz Monitore, werden Bewegungen noch flüssiger und klarer wiedergegeben.

Das ist nicht nur für das Auge eine deutlich angenehmere Erfahrung dank verbesserter Spielgrafik. Auch im kompetitiven Gameplay kommen diese Eigenschaften zu tragen.

Damit ein Bildschirm 144 Bilder pro Sekunde darstellen kann, müssen seine Pixel eine gewisse Reaktionsfähigkeit besitzen. Das bedeutet daher, dass Monitore mit einer Bildwiedergaberate von 144 Hz in der Regel ebenso eine niedrige Reaktionszeit besitzen.

Dank der niedrigeren Reaktionszeit wird ein unerwünschter Motion-Blur-Effekt vermieden, der Bewegungen verwaschen darstellt, wenn die Pixel sich nicht rechtzeitig anpassen können. Gerade im kompetitiven Gameplay können diese das Sichtfeld erheblich behindern.

Neben Gaming kann 144 Hz auch in der Bild- und Videobearbeitung nützlich sein, da die eigenen Anpassungen hier klarer und schneller zusehen sind. Ein Video oder Bild wird nach der Bearbeitung nur so gut dargestellt werden können, wie man es bearbeiten konnte.

Wo genügt eine 60 Hz Bildrate?

Benutzt Sie Ihren Monitor hauptsächlich zur Darstellung von Office-Inhalten wie Schriftstücken oder E-Mails, werden Sie kaum Verwendung für höhere Bildaktualisierungsraten besitzen. Selbst, wenn Sie Filme und Serien gelegentlich über ihren Monitor betrachten, kann eine 60 Hz Frequenz noch völlig ausreichen.

Eine Neuanschaffung eines Monitors lohnt sich in diesem Fall also nicht, sofern sie ihn zusätzlich zu anderen Zwecken wie Bild- oder Videoverarbeitung benutzen. Selbst beim Gaming kann es vertretbar sein, die 60 Hz Frequenz weiterhin zu benutzen.

Das ist unter anderem möglich, wenn Sie Spieltitel spielen, die nicht auf schnelle Bewegungsabläufe angewiesen sind. Darunter zählen unter anderem diverse Aufbauspielen, manche Strategiespiele und ist ebenso Simulationsspielen der Fall, da diese häufig mehr auf die einzelnen Spielelemente und überzeugende Grafiken setzen.

Bei Action-Titeln oder Shootern sollten Sie jedoch davon ausgehen, dass Sie eine höhere Bildaktualisierungsrate in Anspruch nehmen müssen, um ein angemessenes Ergebnis zu erzielen.

FAQ

Mein 144 Hz-Monitor gibt keine 144 Hz aus?

Das kann unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen ist es möglich, dass die maximale Ausgaberate ihres Monitors zu niedrig eingestellt ist.

Überprüfen Sie daher in ihren Anzeigeeinstellungen, welche gewünschte Bildaktualisierungsrate zu welcher Auflösung aktiviert wurde. Ebenso kann es vorkommen, dass die Bildrate entsprechend der Auslastung schwankt.

Insbesondere bei Videospielen sind Fluktuationen der Frameraten normal und werden durch Technologien wie NVIDIA G-Sync und AMD FreeSync ausgeglichen. Es steckt somit nicht zwingend eine Fehlfunktion Ihres Monitors dahinter.

Für welche Gaming-Titel bietet sich eine 144 Hz Frequenz an?

Videospiele, die sich hauptsächlich auf kompetitive Inhalte konzentrieren wie League of Legends, Fortnite, Dota 2 oder CS:GO profitieren am meisten von einem Upgrade auf einen 120 Hz-Monitor. Auch andere Videospiele, die eine Framerate von 144 FPS (frames pro second) liefern, können Sie auf einem solchen Monitor besser genießen.

Für andere Videospiele kann eine Bildaktualisierungsrate von 120 Hz bereits für flüssige und klare Bewegungsabläufe sorgen. 144 Hz verschönert den Gesamteffekt jedoch zusätzlich.

Bei welchem Gaming-Titel kann eine 60 Hz Frequenz genügen?

Wenn es in dem Videospiel nicht um schnelle Bewegungsabläufe geht, muss auch keine hohe Bildaktualisierungsrate gegeben sein. Ähnlich sieht es bei Videospielen aus, die einen Fokus auf schöne Bilddarstellungen mit intensiver Farbgebung setzen.

Genießt man Spieltitel etwa in 4K-Auflösung, ist das häufig nur mit 60 bis 120 Hz möglich, je nach Leistung des eigenen Monitors und der berechnenden Hardware. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ihr Spiel darunter zählt, sollten Sie die wiedergegebenen FPS im Spiel überprüfen.

Wann sollte ich mit der Anschaffung eines neuen Monitors warten?

Funktioniert Ihr derzeitiger Monitor noch zuverlässig, können Sie diesen natürlich weiter verwenden. Abhängig von seiner Leistungsfähigkeit kann sich das entweder anbieten, bis der Monitor irgendwann nicht mehr funktioniert oder aber bis Sie sich ausreichend Geld zusammengespart haben, um sich ein Modell zu kaufen, das gleich alle Ihre Ansprüche erfüllt.

4K-Monitore mit hohen Bildaktualisierungsraten sind besonders teuer. In solchen Fällen kann ein längeres Ansparen oder das Warten auf eine geeignete Rabatt-Aktion günstiger sein als in ein Zwischenmodell zu investieren.

Muss ich meinen 120 Hz Monitor mit einem 144 Hz Monitor austauschen?

Sofern ihr Hauptaugenmerk nicht auf dem kompetitiven Gameplay oder gar E-Sports liegt, ist ein solches Upgrade nicht notwendig. Der Effekt von 120 zu 144 Hz ist zwar spürbar, im Vergleich von 60 zu 144 Hz jedoch deutlich geringer.

Sie können ihr Gaming also getrost weiter mit 120 Hz genießen oder direkt in ein 240 Hz Modell investieren.