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Was ist Motion Blur und wie kann man es verhindern?

Bei Motion Blur handelt es sich um eine Technik, die bei Filmen und Videospielen zum Einsatz kommt. Sie sorgt für mehr Authentizität in den dargestellten Bewegungsabläufen. Im Deutschen wird häufig von Bewegungsunschärfe gesprochen.

Warum wird Motion Blur verwendet?

Motion Blur sorgt für eine größere Tiefe und Authentizität in den dargestellten Bewegungsabläufen. Das gilt sowohl für Filme, in denen die gefilmten Szenen eine intensivere Dynamik erhalten als auch in Videospielen. Hier sind sie ein beliebtes Mittel, um die Spielgrafik so lebendig und echt wie möglich auf den Spieler wirken zu lassen.

Was ist Motion Blur?

Ursprünglich stammt der Begriff Motion Blur (Deutsch: Bewegungsunschärfe) aus der Fotografie. Dort bezeichnete er eine auf bestimmte Zonen begrenzte Unschärfe in einem Bild mit bewegten Objekten.

In der Fotografie entsteht dieser Effekt durch die Geschwindigkeit des Objektes sowie der Belichtungszeit. Durch eben jene Bewegungsunschärfe wird der sich bewegende Gegenstand dynamischer auf dem Foto eingefangen.

Das Grundprinzip der Anwendung bleibt bei Filmen und Videospielen dasselbe. Während Zonen des Bildschirms klar, scharf und fokussiert bleiben, verschwimmen andere bewusst.

Üblicherweise wird dabei die Mitte des Bildschirms fokussiert und die Ränder werden unscharf. Es gibt jedoch Ausnahmen, in denen bewusst andere Bildteile fokussiert werden oder der Fokus in Szenen dynamisch wechselt.

Wo kommt Motion Blur zum Einsatz?

Da der Begriff ursprünglich aus der Fotografie stammt, verwundert es nicht, dass Motion Blur auch dort heutzutage noch Verwendung findet. Ursprünglich handelte es sich bei Motion Blur um ungewollte Nebeneffekte bei der Ablichtung von bewegten Objekten.

Mittlerweile haben sich Fotografien mit diesen Effekten jedoch zu einer eigenen Kunstform entwickelt, die Bewegungen viel dynamischer festhalten können. So können zum Beispiel auf einem Bild an einem Bahnsteig die Personen klar im Fokus bleiben, während der Zug im Hintergrund verschwimmt.

Dadurch wirkt es selbst auf dem einzelnen Foto noch immer so, als sei der Zug in einer gewissen Geschwindigkeit eingefangen worden. Für ähnliche Ergebnisse kann Motion Blur in Filmen zum Einsatz gebracht werden, um bestimmte Action-Szenen für den Nutzer abwechslungsreicher zu gestalten.

Auch in PC- und Videospielen kommt dieser Effekt ebenso zum Tragen. Beliebt ist er hier insbesondere in Ego-Shootern, Action-Adventures oder Rennspielen. Vereinfacht ausgedrückt, allen Videospieltiteln, die auf schnelle Bewegungen setzten.

Durch Motion Blur lässt sich dabei künstlich eine hohe Geschwindigkeit simulieren. Dadurch entstehen etwa Tunneleffekte in Rennspielen. Während die Mitte des Bildschirms und das fokussierte Objekt dabei scharf für den Gamer bleiben, verschwimmt die Sicht an den Rändern.

Kurzum kann zusammengefasst werden: Motion Blur kommt überall dort zum Einsatz, wo Bilder den Anschein einer dynamischen Bewegung erwecken wollen und sollen.

Vorteile von Motion Blur

Motion Blur sorgt dafür, dass Videospiele eine größere Tiefe erreichen können. Geschwindigkeiten werden glaubhaft für den Spieler dargestellt, sodass die Grafik realistischer wirkt.

Das Spielgeschehen selbst wird dadurch immersiver, die dargestellten Szenen entfalten eine größere Wirkung. Mit anderen Bildtechniken ließe sich Geschwindigkeit in Videospielen nicht auf die gleiche Art simulieren, da der Spieler selbst und sein Blick auf den Bildschirm stets konstant leben.

Besonders bei Rennspielen können diese Motion-Blur-Effekte für zusätzlichen Spielspaß sorgen. Letztlich hängt es jedoch auch von den Vorlieben des jeweiligen Spielers ab, ob er seine Videospiele mit oder ohne Motion Blur bevorzugt.

Nachteile von Motion Blur

Problematisch kann Motion Blur im Einsatz bei Multiplayer-Titeln werden. Durch die verschwimmenden Bildränder wird das Sichtfeld des jeweiligen Spielers beeinträchtigt, sodass dieser weniger schnell und klar auf seine Umgebung reagieren kann.

Besonders im kompetitiven Gameplay kann dies schnell zum Ärgernis werden. Zudem kann der übertriebene Einsatz dieses Effektes schnell dafür sorgen, dass dieser seine Wirkung verliert.

Entwickler sollten sich daher genau überlegen, an welchen Stellen und wie sehr der Einsatz von Motion Blur für ihr Videospiel sinnvoll ist.

Spieler, die empfindlicher auf abrupte Kamerabewegungen in Spielen leiden und anfällig für die sogenannte Motion Sickness sind, spüren diesen Effekt bei Spielen mit starken Motion Blur Effekt besonders deutlich.

In solchen Fällen sollte die Empfindlichkeit der Maus beziehungsweise des Controllers herunterreguliert werden, sofern sich Motion Blur nicht im Menü des Videospiels ausschalten lässt.

Unerwünschtes Auftreten von Motion Blur

Nicht immer ist der Einsatz von Motion Blur beabsichtigt. Der Effekt kann auch ungewollt durch die Reaktionszeit von Monitoren auftreten. In solchen Fällen spricht man vom „Motion-Blur-Effekt“ als einem Bildartefakt.

Da jeder Pixel eines Monitors eine gewisse Reaktionszeit benötigt, um die Farbe zu wechseln, kann es bei niedrigen Pixel-Reaktivierungsgeschwindigkeiten zu solchen Effekten kommen. Je langsamer die Pixel reagieren, desto schlimmer die Wirkung auf die dargestellten Bewegungsabläufe.

Angesichts dessen setzen Gamer bevorzugt auf Monitore mit einer Reaktionsgeschwindigkeit von unter 5ms. Kompetitive Spieler wählen sogar Modelle mit Pixel-Reaktionsgeschwindigkeiten unter 1ms.

Neben einer schnellen Reaktionsgeschwindigkeit des Monitors ist auch eine ausreichend Bildaktualisierungsrate, gemessen in Hertz (Hz) vonnöten. Diese bestimmt nämlich, wie häufig der Monitor das dargestellte Bild innerhalb einer Sekunde aktualisiert.

Monitore, die 120 Hz oder mehr liefern können, haben beim Gaming hier einen entscheidenden Vorteil der Konkurrenz gegenüber. So wird nicht nur ein ungewünschter Motion-Blur-Effekt vermieden, auch andere Bildartefakte wie Tearing oder Lags bleiben aus.

Einige Hersteller setzen zudem auf eigene Technologien, um Motion Blur zu reduzieren. So kommt bei ASUS etwa die hauseigene ELMB- oder ELMB Sync-Technologie zum Einsatz.

ELMB steht hierbei für „Extreme Low Motion Blur“, übersetzt also eine sehr geringe Bewegungsunschärfe. Während ELMB nur bei festen Frame-Raten zum Einsatz kommt, ist die Weiterentwicklung ELMB Sync in der Lage sich auch variablen Bildaktualisierungsraten anzupassen.

Einige Hersteller haben sogenannte Overdrive-Funktionen in ihren Monitoren integriert, die Motion Blur gezielt entgegenwirken können. Dabei sollte jedoch die Temperatur des Monitors im Auge behalten werden, da dieser ähnlich wie ein übertakteter Prozessor im Gebrauch stärker erhitzen kann.

Kann ich Motion Blur Effekte durch meinen Monitor verhindern?

Ja, es gibt Möglichkeiten, Motion-Blur-Effekte an einem Monitor zu verhindern. Entscheidend für die Wahl der richtigen Methode ist jedoch die Ursache des Problems.

Handelt es sich um ein Problem mit einem konkreten Videospiel, kann es vermutlich nicht über die Monitoreinstellungen behoben werden. Tritt es bei vielen Videospieltiteln als unerwünschter Effekt auf, sollten Sie überprüfen, ob ihr Monitor sogenannte Overdrive-Funktionen besitzt.

Diese werde von vielen Herstellern integriert, damit Gamer ihre Monitore noch effektiver nutzen können. Typischerweise lässt sie sich im Monitormenü unter „Reaktionszeit“ oder „Overdrive“ finden.

Mit dieser auch „Reponse Time Compensation“ oder RCT abgekürzten Funktion, können Sie die Übergangszeit, die ein Pixel zum Wechseln der Farbe benötigt, beschleunigen.

FAQ

Kann ich Motion Blur in Videospielen ausschalten?

Manche Videospieltitel ermöglichen dir in einem Untermenü Motion Blur Effekt ein- oder auszuschalten oder deren Stärke zu regulieren. Solche Menüpunkte kommen gern zum Einsatz bei Spieltiteln, die sowohl über einen Einzelspieler-Modus als auch Multiplayer-Optionen verfügen.

Die Singleplayer können so die volle Dynamik für sich selbst genießen, während man im kompetitiven Gameplay nicht durch den Effekt eingeschränkt wird. Doch nicht alle Videospiele bieten eine solche Option. Zudem wird sie häufig unter unterschiedlichen Bezeichnungen in den Menüs gelistet.

Kann ich Motion Blur selbst in Videospielen erzeugen?

Wenn der Entwickler selbst keinerlei Motion Blur Effekte im Spiel vorgesehen hat, ist ein manuelles Hinzufügen dieser in der Regel nicht möglich. In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit, eine solche Funktion entweder über ein nachfolgendes Update zu erhalten oder auf sogenannte Mods zurückzugreifen.

„Mods“ sind Modifikationen, die häufig von anderen Spielern zum Teilen erstellt werden und das Spiel um Funktionen erweitern. Die Nutzung von Modifikationen ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da diese nicht vom Spielentwickler selbst stammen und daher zu unerwünschten Nebeneffekten wie Spielabstürzen oder beschädigten Daten führen können.

Woran erkenne ich Technologien, die Motion Blur entgegenwirken?

Viele Hersteller haben ihren Technologien und Effekten dafür die unterschiedlichsten Namen gegeben. Das macht es für Sie als Verbraucher nicht einfach, den Überblick zu behalten.

Typischerweise lässt sich jedoch überall in den Bezeichnungen ein Bezug zu Motion Blur erkennen. Sei es in „Motion Blur Reduction“ oder „Extreme Low Motion Blur“. Eine übergeordnete Kennzeichnung, die alle diese Technologien vereint, gibt es leider nicht.