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Nerv eingeklemmt: 12 Tipps zur Vorbeugung (+Lösung)

Im Alltag ist es schnell passiert: Eine falsche Bewegung, eine falsche Haltung und schon kann ein eingeklemmter Nerv in Schulter oder Nacken entstanden sein. Nach Angabe von Health Line erleiden rund 85 von 100.000 Erwachsenen einen eingeklemmten Nerv in der Schulter.

Wie äußert sich ein eingeklemmter Nerv in der Schulter?

Häufig macht sich ein eingeklemmter Nerv in Schulter und Nacken durch Kribbeln oder Schmerzen bemerkbar, die man im Nacken zu spüren sind und bis hin über die Ellenbogen oder sogar bis hin die Fingerspitzen ausstrahlen. Typischerweise sind es dumpfe Schmerzen, Taubheit oder Schwäche in den Schultern, wenn der Nacken bewegt wird.

Was versteht man unter einem eingeklemmten Nerven?

Mit einem eingeklemmten Nerven bezeichnet man die Kompression oder Einengung von Nervengewebe. Dabei können sowohl sogenannte periphere Nerven als auch Nervenwurzeln betroffen sein.

Mit peripheren Nerven bezeichnet man Nerven, die außerhalb von Gehirn oder Rückenmark gelegen sind und Gewebe innerhalb des Körpers versorgen. Nervenwurzeln hingegen gehören zum Rückenmark und sind durch knöcherne Wirbel geschützt.
Es handelt sich also um Ein- und Austrittsstellen von Nerven, die sich an jedem Segment der Wirbelsäule zu beiden Seiten finden.

Wie macht sich ein eingeklemmter Nerv allgemein bemerkbar?

Egal ob es sich um einen eingeklemmten Nerv im Schulterblatt oder einen eingeklemmten Nerv im Nacken handelt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass der betroffene Nerv in seiner Funktion eingeschränkt wird.

Doch was bedeutet das genau? Abhängig von der Lokalisierung des Nervens können Schmerzen, Gefühlsstörungen wie etwa Kribbeln oder Taubheit, sowie Einschränkungen der Muskelfunktion bemerkbar sein.

Sollten Sie also ein verdächtiges Kribbeln in einer Körperregion spüren oder das Gefühl haben, dass Ihnen plötzlich Kraft in den Fingerspitzen fehlt, kann das ein erstes Anzeichen für einen eingeklemmten Nerven darstellen.

Bei einer sogenannten akuten Einengung einer Nervenwurzel oder eines peripheren Nerven kann sich sogar ein heftiger Schmerz, der als stechend, elektrisierend oder brennend bezeichnet wird, bemerkbar machen. Auch Missempfindungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheit sind dann keine Seltenheit.

Solche Beschwerden können bewegungsabhängig vorkommen und auch durch Aktionen wie Niesen, Husten oder Pressen verstärken. Die Gefahr für eine solche Verletzung ist umso größer, wenn Bewegungen bei kalter Muskulatur ausgeführt werden.

Auch Verschleißprozesse können zunehmende Gewebewucherungen der Bandstruktur oder der Wirbelsäulengelenke verursachen und so zu Einengungen des Nervenkanals oder der Nervenaustrittsstellen aus der Wirbelsäule bewirken. Vor allem im Alter von 50 bis 54 Jahren sind daher die meisten Menschen von eingeklemmten Nerven betroffen.

So finden Sie heraus, ob auch Sie von einem eingeklemmten Nerv betroffen sind

Es gibt eine von Selbsttest, die Anwender durchführen können. So kann man sicherer sein, ob die eigenen Beschwerden von einem eingeklemmten Nerv herrühren.

Armspannung überprüfen

Eine Möglichkeit zu überprüfen, ob ein eingeklemmter Nerv im Schulterblatt oder Nacken vorliegt, ist der sogenannte Armzugtest. Strecken Sie zunächst den nicht schmerzenden Arm vor sich aus. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Handgelenkdabei in gerader Linie mit Ihren Armen halten.
Drehen Sie ihre Handfläche nach außen und strecken Sie den Arm so weit es Ihnen möglich ist zur Seite. Wiederholen Sie diese Schritte mit dem anderen Arm.

Wenn Sie auf dem Weg durch die Arme oder im Nacken einen kribbelnden Druck zu spüren bekommen, deutet das darauf hin, dass Sie unter einem eingeklemmten Nerv leiden.

Nackenkompressions-Test

Auch der Nackenkompressions-Test bietet sich als Selbsttest an. Neigen Sie Ihren Kopf zunächst auf die nicht schmerzhafte Seite und dann zur anderen Seite.
Drehen Sie Ihren Kopf nun leicht nach außen und halten diese Position für zirka 30-60 Sekunden lang. Wiederholen Sie diese Schritte für die schmerzende Seite.
Wenn Sie dabei den Schmerz im Nacken spüren und dieser in den Arm übergeht, ist es wahrscheinlich, dass Sie unter einem eingeklemmten Nerv leiden.

4 Dinge, die Sie tun können, um einen eingeklemmten Nerv loszuwerden

Häufig bemerken wir nicht einmal, dass wir eine spontane Schonhaltung einnehmen, um eine schmerzende Region zu entlasten. Das mag auf den ersten Blick wie eine kluge Idee erscheinen, führt jedoch dazu, dass auf der anderen Seite eine einseitige Belastung entsteht, die zu schmerzhaften Muskelverspannungen und Einschränkungen in der Beweglichkeit führt.

Spätestens nun ist klar: Eine schmerzende Seite zu schonen, um eine zweite dazu zu bringen, ebenso zu schmerzen, kann nicht zielführend sein. Darum sollten im Fall eines beispielsweise eingeklemmten Nervens im Nacken der Fokus auf der Linderung des Schmerzreizes liegen, damit man weiterhin in normaler Bewegung bleibt.

Möglichkeit #1: Wärme zur Muskelentspannung

Dabei können verschiedene Ansätze helfen wie etwa die Stelle mit Wärme, Massagen oder Gymnastik zu beeinflussen. So kann verhindert werden, dass die Muskulatur sich verhärten und eine Verschlimmerung der Beschwerden verhindert werden.

Möglichkeit #2: Faszienrollen zur Lockerung

Ähnlich können auch Faszienrolle oder Faszienbälle genutzt werden, um Muskelverspannungen zu lösen. Dafür sollte man sich an den empfohlenen Übungen zu den Faszien-Hilfsmitteln der Wahl orientieren.

Möglichkeit #3: Schmerzmittel als Entzündungshemmer

Auch nichtsteroidale Schmerzmittel mit entzündungshemmender Wirkung wie beispielsweise Naproxen und Ibuprofen können helfen, die Beschwerden zu lindern und weiterhin in normaler Bewegung zu bleiben. Diese sollten jedoch mit Vorsicht genossen werden.
Ein großes Problem bei solchen Schmerzmitteln kann schnell sein, dass man durch die ausbleibenden Beschwerden Bewegungen ausführt, die zu intensiv sind und zu einer Verschlimmerung führen können. Auch eignen sich Schmerzmittel dieser Art nicht zur Dauermedikation ohne Rücksprache mit einem Mediziner.

Möglichkeit #4: Kältetherapie gegen Schwellung und Entzündung

Kältetherapie kann ebenso bei geringfügigen Muskel-Skelett-Verletzungen wie Nackenschmerzen genutzt werden. Dazu sollte man den wundesten Punkt des Nackens behandeln, um Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
Dafür sollte man etwa zwei Tage lang alle zwei bis Stunden für etwa 20 Minuten Eis auf die gewünschte Behandlungsstelle legen. Aber Achtung: Das Eis darf die Haut nicht direkt berühren, da sonst Verbrennungen durch die Kälte auf der Haut entstehen können.

Stattdessen sollte man das Eis oder die Gefriergelpackung in ein dünnes Tuch legen, um es so auf die gewünschte Stelle aufzulegen. Alternativ kann das Eis mittels einer elastischen Stütze um den Hals gewickelt werden, da die Komprimierung so helfen kann, die Entzündung unter Kontrolle zu halten.

Sollte gar eine Blockade der Wirbelsäule als Ursache der Beschwerden diagnostiziert werden, können Maßnahmen wie manuelle Therapien oder Osteopathie helfen. Handelt es sich hingegen um ein sogenanntes myofasziales Schmerzsyndrom empfiehlt sich eine manuelle Triggerpunktbehandlung oder Faszientherapie als Ergänzung.

Wie kann man einem eingeklemmten Nerv vorbeugen?

Die beste Methode einem eingeklemmten Schmerz zu begegnen ist einem eingeklemmten Schmerzen vorzubeugen. Dazu kann man sich gleich einer Vielzahl von Möglichkeiten bedienen.

Möglichkeit #1: Die Muskulatur warm halten

Ein wichtiger Punkt bleibt, wie zuvor erwähnt, die Erwärmung der eigenen Muskulatur. Im Falle von Nacken und Schultern sollte man also darauf achten, dass die Muskeln durch ein längeres Sitzen nicht erkalten.

Hier kann etwa ein Schal eine Abhilfe schaffen oder ein bewusstes Bewegen der einzelnen Schulter- und Nackenmuskelpartien. Achtet man darauf die Muskulatur bewusst zu bewegen, bleibt sie erwärmt und kann nicht auf die gleiche Art abkühlen wie ungenutzte Muskulatur.
Ebenso nützlich kann es sein, die Raumtemperatur im Auge zu behalten. Auch wenn ein regelmäßiges Lüften von Büroräumen ebenso wichtig ist, darf sie nicht zu weit sinken.
Sollte der Raum doch kühler ausfallen als beabsichtigt, kann griffbereite Strickjacke oder Weste eine hilfreiche Ergänzung zu einem Schal darstellen. Auch ein warmes Getränk wie Tee oder Kaffee in schadet nicht – gerade Fingerspitzen lassen sich etwa gut an einer warmen Tasse anwärmen.

Möglichkeit #2: Übungen am Arbeitsplatz

Werden Muskeln gestärkt und Bänder regelmäßig gedehnt, bleibt der Körper flexibler in seiner Bewegungsfähigkeit als bei starren Haltungen. Natürlich kann ein Arbeitstag im Büro nicht eben schnell unterbrochen werden, um ein komplettes Workout am Arbeitsplatz auszuführen.
Manche Arbeitgeber bieten ihren Angestellten jedoch bewusst Trainings- oder Yogaräume an, damit die Bewegung sogar am Arbeitsplatz erfolgen kann. Doch selbst dort, wo solche Räumlichkeiten nicht zur Verfügung stehen, können sich Nutzer dennoch fünf bis zehn Minuten Zeit nehmen, um Nacken- und Schultermuskulatur zu dehnen.

So löst man nicht nur eventuelle Fehlhaltungen auf, die sich bis dahin gebildet haben, sondern erwärmt nebenbei auch die Muskulatur. Hier empfiehlt es sich, sich vorab ein Repertoire an Übungen anzusehen oder auszudrucken, um Anleitungen bequem mit auf Arbeit zu nehmen.

Möglichkeit #3: Regelmäßiger Sport zur Vorbeugung eingeklemmter Nerven

Die wohl effektivste Methode einem eingeklemmten Nerven im Schulterblatt oder anderen Teilen des Körpers vorzubeugen, ist regelmäßiger Sport. So werden Muskeln und Bänder gestärkt, die Beweglichkeit des Körpers sichergestellt und die allgemeine Gesundheit verbessert sich.
Dabei muss es sich jedoch nicht um einen extremen Sport handeln. Auch Yoga kann durch seine Verbesserungen in Muskelspannungen und Körperhaltungen eine gute Grundlage bilden, um sich vor Beschwerden zu schützen.

Weniger eignen sich Sportarten, die nur einen Teil der Muskelpartien fördern. So ist beispielsweise regelmäßiges Jogging zwar gut für Kondition und Beinmuskulatur, bringt jedoch wenig Stärkung für Schulter- und Nackenpartien mit sich.

Wer bereits eine Sportart ausübt, von der Schulter- und Nacken weniger profitieren, kann sich mit einzelnen Stärkungsübungen für diese Muskelpartien Abhilfe schaffen. Bereits zehn bis zwanzig Minuten am Abend können so helfen, einem eingezwängten Nerven vorzubeugen und erheblich zum Wohlbefinden beizutragen.

5 Übungen für Schulter- und Nackenmuskulatur

Mit diesen Übungen können Sie Ihre Schulter- und Nackenmuskulatur effektiv stärken oder lockern. Die meisten der Übungen lassen sich dabei bequem an unterschiedlichsten Orten wie etwa dem eigenen Heim oder auch dem Büro ausführen.
Bei Bedarf können die folgenden Übungen auch im Stehen statt im Sitzen durchgeführt werden. In solchen Fällen sollten Sie darauf achten, eine entspannte Körperhaltung mit leicht geöffneten Beinen einzunehmen.

Übung #1: Mit dem Kopf kreisen

Setzen Sie sich auf die Kante einer Sitzgelegenheit und senken die Schulter, bis Sie eine entspannte Position erreichen. Halten Sie ihren Kopf dabei gerade und kreisen Sie langsam fünfmal rechtsherum und danach fünfmal linksherum.

Übung #2: Mit den Armen kreisen

Strecken Sie Ihre Arme waagerecht von sich, die Handflächen zeigen dabei nach oben. Nun kreisen Sie vom Schultergelenk ausgehend zehnmal langsam nach vorne und im Anschluss ebenso langsam zehnmal nach hinten.
Achten Sie dabei darauf, dass die Arme die ganze Zeit über durchgestreckt sind und Sie ihre Schultern nicht hochziehen.

Übung #3: Der Arm-Schmetterling

Diese Übung zielt darauf ab, eine Entspannung und Lockerung der Muskulatur zu bewirken. Setzen Sie sich auf die Kante einer Sitzgelegenheit und strecken Sie Ihre beiden Arme seitlich aus und legen ihre Fingerspitzen auf Ihre Schultern.

Führen Sie nun Ihre Ellenbogen vor der Brust zusammen und öffnen Sie diese danach wieder. Vermeiden Sie dabei, Ihre Schulter hochzuziehen und achten Sie darauf, bei dieser Übung tief ein- und auszuatmen.
Wiederholen Sie die Übung zehnmal.

Übung #4: Nacken beugen und strecken

Nehmen Sie eine gerade Sitzposition ein. Blicken Sie dabei geradeaus und senken langsam das Kinn auf die Brust herab. Halten Sie diese Position für einige Sekunden, bevor Sie ihren Kopf langsam wieder anheben und so weit wie möglich nach hinten senken.
Dabei sollten Sie die Decke über sich sehen können. Auch diese Stellung halten Sie für einige Sekunden. Wiederholen Sie die Übung für die Kräftigung der Nackenmuskulatur zehnmal.

Übung #5: Seitliche Nackenübung

Setzen Sie sich gerade hin und verschränken Sie ihre Hände im Nacken. Neigen Sie sich mit dem aufgerichteten Oberkörper und unveränderter Armhaltung dabei so weit zu rechten Seite, wie es Ihnen möglich ist.
Halten Sie diese Position etwa zehn Sekunden lang und richten sich wieder auf. Wiederholen Sie das Absenken der Schultern zur linken Seite hin.
Durch zehnmalige Wiederholung der Übung stärken Sie nicht nur ihre Nackenmuskulatur, sondern ebenso die seitliche Bauchmuskulatur.

FAQ

Leiden Sie längerfristig unter einem eingeklemmten Nerv, der sich weder mit Ruhe noch mit Wärme oder entzündungshemmenden Mitteln beruhigen lässt, sollte Ihr Gang Sie unbedingt zum Arzt führen. Idealerweise sind Orthopäden hierfür geeignet, ist kein Termin bei einem Orthopäden verfügbar, kann auch der Gang zum Hausarzt eine Übergangslösung darstellen.

Operationen versucht man im Falle von eingeklemmten Nerven grundsätzlich zu vermeiden. Werden Beschwerden jedoch über Wochen und Monate der Behandlung trotz Medikamenten und Übungen nicht besser, kann die Gefahr bestehen, dass der Nerv dauerhaft geschädigt wird.

In solchen Fällen ist eine Operation notwendig. Ziel der Operation ist es, den Nerv aus einer Engstelle zu befreien. Das kann zum Beispiel im Falle von Karpaltunnel-Syndromen geschehen, in dem das Bindegewebsband, das den Tunnel abschließt, durchtrennt wird.
In anderen Fällen wie einer defekten Bandscheibe, kann diese operativ repariert oder durch eine Prothese ersetzt werden.