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Remarkable 2 im Test

Digitale Notizen anzulegen ist eine der nützlichsten Errungenschaften der Digitalisierung. Damit lassen sich Notizen nicht nur unkomplizierter und unabhängiger von Papier und Stift erstellen, sondern auch zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren.

Mit den Möglichkeiten wachsen auch die Ansprüche an die einzelnen Geräte. Um herauszufinden, ob das Remarkable 2 seinem Ruf gerecht wird, habe ich es über mehrere Wochen hinweg als meinen primären Notizblock verwendet. Überraschend war vor allem, wie ähnlich das Schreibgefühl sich zu dem Schreiben auf Papier anfühlt. 

Wem das Remarkable 2 zu teuer ist, für den haben wir eine Liste über die besten Remarkable Alternativen zusammengestellt.

  • Schreibgefühl wie auf Papier
  • 10,3-Zoll-E-Ink-Display mit 226 dpi
  • 1 GB DDR3 RAM
  • 8 GB interner Speicher
  • Mit Connect Zugriff auf zusätzliche Funktionen wie Cloud-Speicher und Handschrift-Konvertierung
  • Passive Styli für echtes Schreibgefühl
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Stylus nicht inklusive
  • Weniger Funktionsumfang als andere Tablets
  • Ohne Connect kein Zugriff auf Zusatzfunktionen
  • Menü rein englischsprachig

Was sollte ein digitales Notizbuch mit sich bringen?

Damit sich ein digitales Notizbuch in der Anwendung lohnt, sollte es einige Eigenschaften mit sich bringen. Der Speicherplatz darf nicht so begrenzt sein, dass man sich in der Erstellung von Notizen einschränken muss.

Idealerweise sollte sich das Gerät nicht nur für handschriftliche Notizen, sondern ebenso für Zeichnungen nutzen lassen. Damit das im besten Umfang möglich ist, empfiehlt sich die Verwendung eines sogenannten aktiven Stylus mit druckempfindlicher Spitze. Wenn die Geräte die Unterschiede im Druck berücksichtigen, wird die Linienführung natürlicher und ähnelt dem Zeichnen mit physischen Stiften stärker.

Lassen sich handschriftliche Notizen mit Handschrifterkennung in digitale Schrift umwandeln, ist das ein großes Plus für digitale Notizbücher, da Notizen sich so besser bearbeiten, ergänzen oder verbessern lassen. Vor allem wenn man an der Ausarbeitung von neuen Projekten steckt, fällt ein solches Feature sehr hilfreich aus.

In Zeiten in denen Clouds und E-Mails längst zur Norm geworden sind, sollte ein digitales Notizbuch imstande sein, erstellte Notizen zu exportierten und im Idealfall auch zu synchronisieren. Denn die größten Stärken entfalten digitale Notizen von unterwegs, wenn sie sich am Computer danach weiter bearbeiten und ergänzen lassen.

Lieferumfang

Das Remarkable 2 wird als reines Tablet mit Ladegerät ohne zusätzliches Zubehör geliefert. Eine Schutzhülle sowie der dazugehörige Stift müssen separat erworben werden.

Um das Gerät angemessen testen zu können, haben ich das Remarkable 2 natürlich gleich mit dem Zubehör aus eigenem Haus bestellt. Die Lieferzeit selbst betrug mit knapp 3 Tagen eine normale Dauer und das Paket kam gut gepolstert ohne Beschädigungen an.

Erster Eindruck und Design

Was zunächst im Vergleich zum Vorgänger ins Auge sticht, ist das edle Aluminiumgehäuse, das das Remarkable 2 erhalten hat. Das Gehäuse liegt gut in der Hand, da es dank des leichten Metalls auch nicht zu viel Gewicht mit sich bringt.

Die Bildschirmgröße von 10,3-Zoll ähnelt gängigen Tablet-Größen und kann sich somit sehen lassen. Die Darstellung auf dem Display selbst erinnert dank des E-Ink-Displays an E-Book-Reader. Sie lässt sich angenehm lesen, ohne mit zu viel Helligkeit zu beißen.

Da das Gerät aber über keinerlei integrierte Bildschirmbeleuchtung verfügt, kann es bei starkem Gegenlicht schwerer werden, Inhalte darauf zu erkennen. Man sollte daher nicht versuchen im direkten Sonnenschein oder direkt unter einer starken Lampe Notizen anzufertigen.

Schreibgefühl

Was das Remarkable 2 anderen Tablets mit verfügbaren Styli voraus hat, bleibt das echte Schreibgefühl, das Papier ungeheuer nahe kommt. Ich gebe gern zu, dass ich anfangs skeptisch war, wie sich das Erstellen von Notizen anfühlen würde und ob das Gefühl Papier ähneln würde.

Die Kombination aus dem dazugehörigen Stylus und der Bildschirmbeschichtung haben mich jedoch überzeugt. Ich habe nicht das Gefühl auf Glas zu schreiben oder über einen Bildschirm zu kratzen, wie mir das bei anderen Stiften und Tablets schon untergekommen ist.

Das Schreibgefühl lässt sich tatsächlich mit dem Schreiben auf Papier vergleichen, auch wenn es natürlich geringe Unterschiede darin gibt, abhängig davon mit welchen Stiften man bevorzugt auf Papier schreibt.

Aus meiner Sicht ähnelt das Aufsetzen mit den passiven Styli dem Schreiben mit Bleistiften und Kugelschreibern mehr als dem Notieren mit Finelinern oder Tintenrollern, da die Spitze immer noch über einen gewissen Widerstand verfügt.

Akkulaufzeit

Das E-Ink-Display des Tablets verbraucht ähnlich wenig Strom wie man es bereits von E-Book-Readern kennt. Da das Gerät jedoch eine Verbindung zum Internet halten kann und muss, damit sich Dateien aktualisieren und synchronisieren lassen, verbracht es im Schnitt dennoch mehr Strom als ein reiner E-Book-Reader.

Der Akku braucht zwar rund vier bis fünf Stunden an der Steckdose, um gut geladen zu seiner, damit hält das Tablet selbst jedoch gut eine bis anderthalb Wochen Benutzung aus.

Abhängig von der Dauer der einzelnen Nutzung und der genauen Nutzungsart kann es hier zu Abweichungen kommen, man muss jedoch nicht befürchten, dass Tablet nach dem Laden noch während eines Arbeitstages den Geist aufgeben könnte.

Passiver Stylus

Das Remarkable 2 kann mit zwei passiven Styli genutzt werden. Zum einen steht dabei der „Marker“ zum anderen der „Marker Plus“ zur Verfügung. Damit sich beide auf den ersten Blick voneinander unterscheiden lassen, ist der „Marker“ in Grau und der „Marker Plus“ in Schwarz erhältlich.

Während beide Stifte magnetisch am Remarkable 2 befestigt werden können, ist der „Marker Plus“ etwas schwerer und verfügt im Gegensatz zum „Marker“ über einen integrierten Radiergummi, der mit dem Tablet genutzt werden kann. Beide Stifte müssen zur Verwendung weder geladen werden, noch ist ein aufwendiges Setup nötig.

Dadurch kann es nie dazu kommen, dass eine Notiz nicht erstellt werden kann, weil der Akku des Stifts nachgelassen hat. Anwender können daher jederzeit mit dem Schreiben beginnen und müssen dank des E-Ink-Displays des Remarkable auch das Tablet selbst weniger häufig nachladen.

Das Remarkable 2 ergänzt sie mit ihren Funktionalitäten automatisch, sodass die Anwendung für Nutzer leicht ausfällt. Dank des Gefühls einen tatsächlichen Stift in den Händen zu halten, fühlt sich das Erstellen von Notizen auch ähnlich natürlich an wie mit einem richtigen Stift auf Notizblöcke zu schreiben.

Die Reibung, die die Stifte beim Schreiben auf dem Bildschirm erzeugen, erinnert dabei ebenso an den Widerstand, den man bei der Verwendung von Papier spürt.

Dabei unterstützen die Stifte 4.096 unterschiedliche Druckstufen, wie man es bereits von aktiven Styli wie dem Apple Pencil oder dem Microsoft Surface Pen kennt. Auch Neigung wird dabei vom Tablet erfasst.

Notizfreiheit

Ein großer Pluspunkt des Remarkable 2 liegt darin, dass sich PDF-Dokumente direkt mit Notizen versehen und kommentieren lassen. Während man bei anderen Geräten hier mit mehreren Dateien arbeiten muss, kann mit Stift und Tablet direkt an dem Dokument selbst gearbeitet werden.

Das bietet größere Freiheit im Umgang mit den eigenen Notizen und macht das Erarbeiten von Verbesserungen an Präsentationen oder Infomaterialien einfacher.

Da sich die Dokumente auch gut zu anderen Geräten exportieren und synchronisieren lassen, bleibt man bei der Bearbeitung auch nicht an ein einzelnes Produkt gebunden. So lassen sich also jederzeit die Vorzüge eines Computers in den Erstellungsprozess miteinbinden.

Kompatibilität

Da die Remarkable App für MacOS, iOS, Windows und Android zur Verfügung steht, lassen sich erstellte Notizen bequem auf viele Geräte übertragen und verwenden. Das sorgt für entsprechende Kompatibilität zu anderen Geräten, sodass Anwender nicht rein an das Remarkable 2 gebunden sind.

Durch die Notizen- und Dateien-Synchronisation lassen sich Dateien auch bequem zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren. Egal auf welches Gerät man zurückgreift, man ist somit stets auf dem neusten Stand.

Dabei unterstützt das Remarkable 2 PDF und ePUB als Formate, sodass sich das Gerät ebenso als ein E-Book-Reader verwenden lässt. Dank des genutzten E-Ink-Displays fällt auch der Leseeffekt sehr ähnlich aus wie bei heutigen E-Readern.

Als reiner E-Book-Reader ist das Gerät jedoch eine zu teure Anschaffung im Vergleich zu alternativen Möglichkeiten. Wer sich jedoch ein Remarkable 2 gekauft hat, braucht nicht in ein zusätzliches Gerät zum Lesen von E-Books zu investieren.

Das Tablet unterstützt Wi-Fi mit 2,4 GHz und 5 GHz. Dazu verfügt es über einen USB-C-Anschluss. Sein eigenes Betriebssystem „Codex“ arbeitet Linux-basiert um schnelle Latenz-Zeiten auf dem Bildschirm zu liefern.

Garantie und Connect

In Kombination mit Connect bietet der Hersteller eine verlängerte Garantie von 36 Monaten auf das Gerät an. Connect stellt dabei einen Service dar, der Anwendern unbegrenzten Cloud-Speicher, eine Google Drive- sowie Dropbox-Integration eine Handschrift-Konvertierung, die Möglichkeit eines geteilten Bildschirms sowie weitere Features bereitstellt.

Ohne den zusätzlichen Service beläuft sich die Garantiefrist auf die gesetzliche Gewährleistung von 24 Monaten. Der Connect-Service in dabei in unterschiedlichen Monatsabonnements mit unterschiedlichen Zusatzfunktionen verfügbar. Die Kosten fallen dabei ähnlich aus wie bei der Verwendung anderer Cloud-Speicherdienste.

Anwender, die sich für die Nutzung des Connect-Service entscheiden, erhalten beim Kauf eines Remarkable 2 einen Rabatt, der ungefähr 18 Monaten Connect entspricht. Wer daher ohnehin einen Cloud-Speicherdienst benötigt und in das Gerät investieren möchte, kann von dem Angebot profitieren.

Fazit

Das Remarkable 2 verfügt über ein starkes Konzept mit guter Umsetzung, das Handschrift-Enthusiasten begeistern kann. Das Schreibgefühl überzeugt mich ebenso wie die durchdachte Kalibrierung der passiven Styli mit all ihren zusätzlichen Funktionen.

Durch das E-Ink-Display lässt sich das Gerät vernünftig nutzen, ohne, das man stetig eine Steckdose in der erreichbaren Nähe braucht. Auch der integrierte Arbeitsspeicher sowie Speicherplatz genügen für die meisten Anwender sicherlich, da einzelne PDF- und EPUB-Dokumente entweder sehr groß oder in einer Vielzahl vorhanden sein müssten, um die 8 GB zu füllen.

Die Funktionen wie Handschrift-Konvertierung, PDFs direkt mit Notizen zu versehen oder den Bildschirm teilen zu können, sind bei der Arbeit unglaublich praktisch. So steigert das Remarkable 2 die Produktivität erheblich besser als der altbekannte Notizblock mit Stift – vor allem, weil sich Dateien über mehrere Geräte hinweg synchronisieren lassen.

Trotz des insgesamt guten und abgestimmten Produkts bringt das Tablet auch einige Nachteile mit sich. Aus meiner Sicht ist das größte Problem, dass der volle Funktionsumfang des Geräts nur in Kombination mit dem Connect-Abonnement verfügbar ist.

Über den separaten Kauf des Stylus und die fehlende Bildschirmbeleuchtung kann ich hinwegsehen. Die Investition in ein Gerät, das ich jedoch nur im vollen Umfang mit einem zusätzlichen Abo nutzen kann, missfällt mir persönlich.

Wer ohnehin in einen Cloud-Speicherdienst investieren möchte, hat hier jedoch keinen Nachteil, da sich die zusätzlichen Funktionen einfach mit dem normalen Speicher verbinden lassen. Dieser Eigenheit des Geräts muss man sich jedoch bewusst sein, da man von dem eingeschränkten Funktionsumfang sonst schnell enttäuscht werden kann.

In meinen Augen wäre das Gerät perfekt, wenn man es um Hintergrundbeleuchtung ergänzen würde und Funktionen wie die Handschrifterkennung und Screen Share unabhängig von einem Abonnement anbieten würde.

FAQ

Vom Schreibgefühl her ist das Remarkable 2 zwar angefochten, wer jedoch nach einem Gerät sucht, um handschriftliche Notizen anzulegen, wird auch an anderer Stelle fündig. So lassen sich beispielsweise von Marken wie Lenovo, Apple, Samsung oder Windows eine Vielzahl von Tablets finden, die einen aktiven Stylus unterstützen und sich für handschriftliche Notizen eignen.

Zudem lassen sich für Tablets eine Vielzahl von Apps finden, die über eine integrierte Handschrifterkennung verfügen. Wer daher mehr Funktionen in einem tragbaren Gerät sucht, ist mit einem Tablet womöglich besser beraten.

Ja, das Gerät kann sowohl als Linkshänder als auch Rechtshänder verwendet werden. Möglich wird das dank der unterschiedlichen Modi, die in das Tablet integriert worden. Es genügt im Setup zwischen links- und rechtshändigem Modus zu wechseln, um das Gerät passend nutzen zu können.

Nein, da die neuen Marker dafür kalibriert worden mit Remarkable 2s zweiter Generation an CANVAS-Display zu funktionieren, ist die Kalibrierung nicht identisch mit der, die das Remarkable 1 verwendet. Somit können die Marker der ersten Generation an Remarkable-Tablets leider nicht mit der zweiten Generation an Remarkable-Tablets genutzt werden. Ein Neukauf ist also für den Gebrauch erforderlich.